Anhalt für die Sportschutzausbildung am Beispiel eines Schäferhundes
|
1. Warum Schutzdienst ? Der Schäferhund ist ein leistungsfähiger Arbeitshund. Er kann aufgrund seiner Triebqualitäten und seiner Konstitution vom Menschen für verschiedene Aufgaben ausgebildet und genutzt werden. Der Schäferhund ist ein Wert an sich. Ihn und seine genetischen Ressourcen zu erhalten gehört zur Pflege des Kulturgutes.
Besonders die Schutzhundarbeit mit ihren drei Disziplinen Fährte, Unterordnung und Schutzdienst ist hervorragend geeignet, um durch Ausbildung, Sichtung, Selektion und Zucht einen
Hundetyp zu erhalten, der alle Eigenschaften eines Gebrauchshundes hat. Hunde also, die Sozialverhalten, Intelligenz, Nervenstärke und entsprechende Triebveranlagung haben, um im
Sport, aber auch als Diensthund Verwendung zu finden. Stellen und Verbellen
Bitte betrachten Sie zunächst den Körperbau eines Hundes einmal bewusst. Zur Fortbewegung hat ein Hund vier Beine, das ist klar. Ebenso klar ist aber auch, dass ein Hund keine
Hände und Arme hat - die Werkzeuge der Primaten, also auch des Menschen. Der Hund hat als Werkzeug im Wesentlichen nur seinen Fang und seine Zähne zur Verfügung. Mit ihnen
durchtrennt er die Nabelschnur seiner Nachkommen, pflegt und hegt sie, transportiert Futter zu ihnen, ja trägt sie fort, wenn Gefahr droht. Mit den Zähnen fängt und tötet er seine
Beute, verteidigt sich und seine Nachkommen gegen Feinde. Angriff aus der Bewegung
Nun könnte man natürlich auf die Idee kommen, dass diese Arbeit über den Beutetrieb gefährlich ist, weil der Hund lernt, sich bewegende Objekte zu verfolgen. Das könnte ja z. B.
auch ein Jogger oder ein weglaufendes Kind sein, befürchten viele Laien.
Nun stellen sich dem Hund während einer Schutzhundprüfung auch Widerstände entgegen. Das Verfolgen und Festhalten des Schutzdienstärmels ist eine Beutehandlung. Dies wird ja - wie
wir schon festgestellt haben - mit einem Junghund auch so trainiert. In einer Schutzhundprüfung wird dem Hund der Ärmel aber nicht überlassen - er muss ihn loslassen. Ein
vollkommen normaler biologischer Ablauf ist, dass der Hund auf diese Frustration bzw. Konfliktsituation mit aggressivem Verhalten reagiert. Bei einem Menschen würden wir sagen: Er
ärgert sich, ist gefrustet, wird sauer. Verhinderung eines Fluchtversuches Flucht wirksam vereitelt
Vor allem lehren uns aber die ritualisierten Zweikämpfe zwischen vergleichbar starken Konkurrenten, dass es offenbar in der Evolution - sinnvollerweise - einen hohen
Selektionsdruck auf Entwicklungen gegeben hat, welche die Beschädigungskämpfe verhindern: Stellen und Verbellen
Die kulturelle Evolution des Menschen hat hier die biologische kopiert - in Form ritualisierter Kampfsportarten verschiedenster Art. Die Erfahrung zeigt übrigens, dass gerade
solche Menschen, die in ihrer Freizeit einen besonders aggressionsbetonten „Zweikampfsport“ ausüben (z. B. Boxen und Karate, aber auch Tennis!), ihre aggressiven Energien in
„Alltagssituationen“ nicht nur besonders gut kontrollieren können, sondern darüber hinaus auch durch ein vergleichsweise friedfertiges Verhalten auffallen. In der kontrollierten
Schutzhundausbildung kann man exakt die gleichen Phänomene beobachten.
Nachkommen von Hunden, die eine Schutzhundprüfung erfolgreich absolviert haben, lassen sich vielfältig einsetzen - sind eben echte Gebrauchshunde. Sie kann man zu Rettungshunden,
Drogenspürhunden, Leichenspürhunden oder Diensthunden zum Wohle des Menschen erfolgreich ausbilden und verwenden.
3. Die Aufbau-Grundlagen im Schutzdienst
3.3 Die Aufbau-Kernpunkte
4. Der Gehorsam
Diese Anforderungen sind für den Lernfortschritt des Schutzhundes sehr wichtig, weil
5. Die Arbeitsmoral
6. Die Beißtechnik
7. Die Angriffstechnik
8.1 Der Anbiss und Griff Phase 1:
5. Der Hundeführer unterstützt dabei alle positiven Reaktionen des Junghundes auf die Helferreaktionen, jedoch im umgekehrten Verhältnis zum Triebanstieg. Also: Je stärker der Trieb, desto geringer die Hilfe des Hundeführers. Dabei hat der Hundeführer weder dem Leinenzug in Richtung Helfer nachzugeben noch seine Position zu verändern. Gleichzeitig hat er alle seine Maßnahmen den Aktionen des Junghundes anzupassen. 6. Der Helfer bewegt nach Ankunft beim Junghund das Beuteobjekt so, dass dieser gezielt beißen kann. Dabei sollte der Helfer unbedingt darauf achten, dass er a) Die Schutzarm-Manschette oder den Schutzarm von oben nach unten in Brusthöhe führt und nicht von unten nach oben. b) das Beuteobjekt in dieser Hochlage lässt und nicht dem anspringendem Junghund entgegenkommt. c) den Körper oder Oberkörper im Augenblick des Anbisses frontal zum Junghund dreht und nicht das Beuteobjekt seitlich hält. d) dem Junghund die Mitte der Schutzarm-Manschette oder des Schutzarmes zum Beißen anbietet und nicht den unteren oder oberen Teil. e) die Anbissfläche des Armschutzes schräg zum anspringenden Junghund hält und nicht nach oben oder unten verdreht. f) das Gesicht des Junghundes genau vor seinem Gesicht hat und Augenkontakt herstellt.
7. Der Helfer lässt sich anfangs sofort den Armschutz entreißen, wenn der Junghund einen ruhigen, vollen und festen Anbiss zeigt. Dabei hat der Helfer die Beute nicht mitsamt dem
Junghund wegzustoßen, sondern wirklich zu verlieren. Phase 2: 9) Die erwünschte Grundreaktion des Schutzhundes ist die Helferorientierung wie folgt: a) der Junghund beobachtet nach Erhalt der Beute aufmerksam den Helfer. b) der Hundeführer bestätigt dosiert das Verhalten des Junghundes. c) der Helfer bedroht den Junghund mit steigender Intensität, bis dieser den Armschutz auslässt und Angriffsverhalten zeigt. Dabei unterstützt ihn der Hundeführer mit dem aggressionsauslösenden Reizwort. Dieses Angriffsverhalten des Schutzhundes bestätigt der Helfer sofort durch Flucht und der Hundeführer durch Lob, Nachgeben der Leine und Wegtreten des Beuteobjekts oder Wechsel des Standorts. 10) Die unerwünschte Grundreaktion des Schutzhundes ist die Beuteorientierung wie folgt: a) der Junghund verliert nach dem Erhalt der Beute das Interesse am Helfer. b) der Hundeführer korrigiert angemessen das Verhalten des Junghundes in Richtung Helfer. c) der Helfer greift den Junghund sofort an und macht ihm die Beute so lange mit steigender Intensität streitig, bis dieser den Armschutz auslässt und Abwehrverhalten zeigt. Dieses Verhalten bestätigt der Helfer anfangs sofort durch Flucht und der Hundeführer durch Lob, Nachgeben der Leine und wegtreten des Beuteobjekts oder Wechsel des Standorts. Später bestätigen Helfer und Hundeführer den Junghund nur wie beschrieben, wenn dieser eindeutiges Angriffsverhalten zeigt. 11) Der Helfer wird sofort nach dem "Wegkicken" der Beute oder des Standortwechsels wieder aktiv und beginnt erneut mit der Reizgestaltung. Dann wird die Anbissübung ca. 1-2-mal wiederholt, wobei die Anbissart des Junghundes das Ende bestimmt, nicht die Vorstellung des Helfers oder Hundeführers. 12) Der Helfer überlässt dem Junghund sofort das Beuteobjekt und flüchtet hinter eine Deckung, wenn der Junghund einen optimalen Anbiss zeigt und beibehält. Dann verlässt der Hundeführer mit dem Junghund den "Kampfplatz", wobei der Schutzhund anfangs die Beute als Belohnung wegtragen kann, nicht muss.
13) Der Hundeführer sollte beim "Rückzug" mit dem Schutzhund unbedingt darauf achten, dass: 14) Die Anbissübung ist mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Tagen so lange zu wiederholen, bis der Junghund diesen Teil der Beißtechnik sicher beherrscht. Dabei ist mit zunehmender Sicherheit systematisch die Griffübung in die Beutearbeit einzubeziehen. 15) Der Helfer sollte die Konditionierung des Junghundes von dem Beutetrieb auf den Sozialtrieb schrittweise vollziehen. Dabei sollte der Helfer stets als Verlierer auftreten und sich von den helferbezogenen Aktionen des Junghundes beeindrucken, zurückdrängen usw. lassen.
16) Der Helfer erreicht das Ziel "ruhiger, voller und fester Anbiss und Griff" vor allem dadurch, dass er: 2. Der Angriff Phase 1: 1) Der Hundeführer stellt sich mit seinem angeleinten Junghund mitten auf die freie Fläche oder auf den Übungsplatz und bereitet ihn auf den Kampf mit dem Helfer vor. Dabei hält er das Ende der ausgerollten Führleine in der rechten Hand, während die linke Hand den Junghund anfangs auf halber Lendendistanz und später im Halsband festhält.
2) Der bisher für den Junghund nicht sichtbare Helfer tritt aus seinem Versteck hervor und nähert sich dem Mensch-Hund-Gespann in zögernder Gangart. Dabei wird der Hund
angereizt.
4) Der Hundeführer lässt den kurz gehaltenen Junghund auf ein vorher vereinbartes Zeichen hin los und bleibt fest auf seinem Platz stehen. Dabei kann er ein Angriffssignal
verwenden. 6) Der Helfer verliert anfangs sofort den Armschutz, wenn der Junghund einen ruhigen, vollen und festen Anbiss und Griff zeigt 7) Der Helfer tritt sofort nach dem Verlust der Beute beeindruckt einige Schritte zurück und bleibt ruhig stehen. Dann richtet er seine weiteren Aktionen konsequent nach dem Verhalten des Junghundes. 8) Die Fortsetzung des Schutzdienstes erfolgt analog den Ausführungen der Phase 2 der Beißtechnik, modifiziert auf den Angriff. Phase 2: 9) Der Helfer provoziert den Junghund systematisch zum Kämpfen, wenn dieser das Beutemachen sicher beherrscht. Dabei baut er seine Aktivität in dem Maße ab, wie das Kampfverhalten des Junghundes zunimmt.
10) Der Helfer löst das Kampfverhalten des Junghundes dadurch aus, dass er ihn entsprechend seiner Reizschwelle systematisch belastet. Dies kann dadurch entstehen, dass er
z.B. 11) Der Helfer präsentiert sich dem Junghund als Verlierer und überlässt ihm sofort das Beuteobjekt, wenn dieser um den Schutzarm kämpft. Dabei ist die Stärke des Kampfverhaltens anfangs unwichtig. Anschließend handeln Helfer und Hundeführer analog den Ausführungen der Phase 2 der Beißtechnik, modifiziert auf das Kämpfen. 12) Der Helfer sollte unbedingt darauf achten, das er stets das Kampfverhalten des Junghundes bestätigt, und nicht das Festhalten oder das Wegziehen des Armschutzes. Denn das alleinige Festhalten und Wegziehen ist ein passives Beißen und fördert nicht das Kämpfen.
13) Der Helfer erreicht das Ziel "personengeführter Angriffsführung" vor allem dadurch, dass er:
14) Die Angriffsübung gemäß Punkt 1 - 3 ist mit unangeleintem, nur an der Halskette gehaltenen Junghund bis zur Vervollkommenheit zu wiederholen, wenn er sich an der Leine
wunschgemäß verhält. Dabei ist: Phase 3: 15) Das Training der Angriffstechnik wird mit dem Einholen des fliehenden Helfers fortgesetzt, wenn der Junghund auf einer Entfernung von ca. 10 Schritt wunschgemäß arbeitet. Dabei wird die Distanz langsam auf 15 Schritt erhöht. 16) Der Helfer reizt nach einem Frontalangriff den Junghund wieder an. Dabei entfernt er sich langsam rückwärts gehend, dreht sich nach ca. 5 Schritt um und läuft mit angezogenem, leicht zappelnden Schutzarm etwas schräg zum Junghund weg. 17) Der Hundeführer lässt den Junghund auf ein vorher vereinbartes Zeichen hin los und läuft sofort hinter ihm her. Dabei kann er ein Angriffsignal verwenden. 18) Der Helfer gibt dem Junghund eine gute Beißmöglichkeit, indem er ihn den Schutzarm ruhig und gezielt anbietet und ihn geschickt in Fluchtrichtung abfängt. Dabei lässt der Helfer sich das Beuteobjekt zunächst relativ schnell und widerstandslos entreißen und bleibt sofort stehen, wenn der Junghund einen ruhigen, vollen und festen Anbiss zeigt. 19) Der Hundeführer hat den ärmeltragenden Junghund sofort wieder unter Kontrolle zu bringen und ihn nicht mit dem Schutzarm auf dem Platz spazieren gehen zu lassen. Dabei hat er ihn sofort wieder auf den Helfer auszurichten, falls der Junghund dies nicht selbstständig tut. Der hierbei unführige Schutzhund wird an der 10 m Leine gearbeitet. 20) Die Fortsetzung des Schutzdienstes erfolgt analog den Ausführungen der Phase 2 der Beißtechnik, modifiziert auf das Einholen des fliehenden Helfers. Phase 4: 21) Den Abschluss der Angriffs Übung bildet der direkte Angriff. Dieser sollte jedoch erst dann geübt werden, wenn der Junghund alle anderen Phasen der Angriffstechnik sowie das Verbellen sicher beherrscht und korrekt ausführt.
22) Der Hundeführer legt den Junghund an eine lange Leine. Dann lässt er ihn bei der Verteidigung seiner Beute auf ein vorher vereinbartes Zeichen hin den Helfer direkt angreifen.
Dabei ist besonders darauf zu achten, dass 24) Der Helfer sollte abwechselnd mit rechten und linken Schutzarmen oder mit zwei Schutzarmen gleichzeitig, wenn der Junghund die bisher benutzte Armseite des Helfers als Zielpunkt nimmt. Dabei wird bei zwei Schutzarmen stets jener nach vorn in Brusthöhe gebracht, den der Schutzhund nicht ansteuert. 8.2 Das Verbellen Folgende Lernziele sind von Wichtigkeit: 1) Der Junghund hat jeden sich passiv verhaltenden Helfer sauber und frontal zu verbellen, egal an welchem Platz und in welcher Lage sich dieser befindet. 2) Der Junghund hat jede Verbellaktion als deutliche Kampfaufforderung in Richtung Helfer zu gestalten, egal welche Persönlichkeit der Helfer ist und wo sich der Schutzarm befindet. 3) Der Junghund hat den Helfer in jeder Hinsicht konzentriert und nahe zu stellen und sich durch nichts und niemand davon ablenken zu lassen. 4) Das Verbell-Verhalten hat dem Junghund ausschließlich der Hundeführer zu lehren, während der Helfer nur auf die Aktionen des Junghundes reagiert. Die wichtigsten Voraussetzungen für die optimale Erfüllung dieser vier Lernziele sind beim Junghund:
- das absolute Vertrauen zum Hundeführer.
Diese Bedingungen gelten besonders für das, was hinter dem Rücken des Junghundes geschieht, z.B. bewegende Personen, akustische oder optische Erscheinungen usw.
- Beziehungsprobleme immer Vertrauensprobleme sind, Das Verbellen selbst kann dem Schutzhund nach verschiedenen Verfahren gelehrt werden. Die drei wichtigsten sind: System 1 Die beste Verbellmethode für den Schutzhund ist jene, die neben dem Verbellen auch die Persönlichkeit des Junghundes fördert und die Führer-Hund-Beziehung festigt. Die einzelnen Lernschritte hierzu sind folgende: 1. Der Helfer stellt sich vor ein künstliches oder natürliches Versteck und reizt den an kurzer Leine gehaltenen Junghund im Beutetrieb tüchtig an. Dabei sollte der Abstand zwischen Helfer und Hundeführer etwa 2 - 3 Schritte betragen.
2) Der Hundeführer gibt auf ein vorher vereinbartes Zeichen hin mit dem Hörzeichen Revier oder Voran dem Drang des Junghundes nach, während der Helfer im gleichen Augenblick
absolut ruhig verharrt und den Armschutz hinter dem Rücken oder seitlich verdeckt hält. 4) Der Helfer lässt den Junghund sofort beißen, wenn dieser ihn gezielt anbellt. Dabei sollte der Helfer darauf achten, dass
a) der Junghund ihm in die Augen blickt 5) Der Helfer sollte sich nach Abgabe des Armschutzes wieder absolut ruhig verhalten und den Schutzdienst analog den Ausführungen aus der Phase 2 der Beißtechnik fortsetzen, modifiziert auf das Verbellen. 6) Der Helfer sollte den Junghund bei dieser Verbellarbeit in keiner Weise abwehren, wenn dieser durch seine oder des Hundeführers Unaufmerksamkeit, Trägheit, Inkonsequenz usw. vorzeitig den Armschutz zu fassen bekommt. Denn dadurch wird nicht die Unsauberkeit bestraft, sondern das ansonsten richtige Beißen. 7) Die Reihenfolge - Junghund in kurzer Entfernung anreizen + Junghund konsequent in die Verbellposition bringen + Junghund personenorientiert verbellen lassen + Junghund gezielt bestätigen - ist solange zu üben, bis der Junghund den Ablauf sicher beherrscht. Dabei sollten ständig die Umweltbedingungen verändert werden, damit der Junghund sich nur das Bild des "ruhig stehenden Helfers" einprägt. 8) Die Fortsetzung der Verbellübung sollte folgende Lernschritte umfassen:
a) das Verbellen des ruhig stehenden Helfers ohne sichtbaren Armschutz an längerer oder langer Leine. 9) Das Verbellen wird mit unangeleintem Junghund fortgesetzt, wenn er alle Verbellsituationen an langer Leine korrekt meistert. Dabei bleibt jedoch immer ein Kurzführer am Halsband für evtl. Korrekturen. 10) Der Helfer provoziert den Junghund mit zunehmender Sicherheit systematisch zum Kämpfen nach dem Anbiss, indem er diesen z.B. gezielt abzuschütteln versucht, körperlich und seelisch stärker belastet usw. Dabei wird der Junghund sofort durch Beutemachen bestätigt, wenn er die Auseinandersetzung mit dem Helfer annimmt und den erwünschten Griff beibehält. 11) Der Hundeführer hat in allen Verbellphasen des Junghundes evtl. auftretende unerwünschte Handlungen am ruhig stehenden Helfer kompromisslos nach lern- und tierpsychologischen Gesichtspunkten zu unterbinden, niemals der Helfer. Denn die Aufgabe des Helfers besteht beim Verbellen nur darin, den Junghund richtig zu bestätigen und ihn optimal in Spannung zu halten. 12) Der Hundeführer hat bei der Leinenarbeit besonders darauf zu achten, dass er: a) konsequent mit dem Helfer zusammenarbeitet und seine Aufgabe bestens erfüllt. Denn nur wenn Aktionen und Reaktionen von Hundeführer und Helfer problemlos ineinander fließen, ist der Erfolg gewährleistet. b) alle erwünschten Verhaltensweisen dem Junghund unmissverständlich und konsequent lehrt, ohne dass dieser zu stark im Beute- und Aggressionstrieb absinkt. c) stets mit kurzem Abstand zum Helfer beginnt und diesen entsprechend dem Lernfortschritt des Junghundes systematisch vergrößert.
d) stets an jener Seite vom Junghund verharrt, an der sich der Schutzarm des vor ihm stehenden Helfers befindet. Also: e) alle positiven und negativen Einwirkungen auf ein Minimum beschränkt. System 2 Die für alle Schutzhundtypen geeignete Methode besteht darin, dem Junghund das Verbellen im Rahmen des "Lernens durch Beobachtung und Nachahmung" zu vermitteln. Dabei bestimmt jedoch das Verbellverhalten des Althundes die spätere Verbellart des Junghundes. Deshalb sollte hierfür nur ein optimal arbeitender Althund als Vorbild gewählt werden. Im Einzelnen sind folgende Lernschritte möglich: 13) Der Junghund wird zusammen mit einem vorzüglich sozialisierten und aufgebauten Althund trainiert. Dabei ist wichtig, dass
a) der Helfer mit zwei Schutzarmen arbeitet 14) Der Junghund wird mit dem Althund gekoppelt und mit diesem zusammen zum Verbellen geschickt, wenn er sich an der Leine richtig verhält. Dabei sollte die Verbindungsleine zwischen den zwei Schutzhunden nicht zu lang sein. 15) Der Hundeführer schickt abwechselnd den Junghund und Althund allein zum Verbellen, wenn der Junghund das gewünschte Verhalten neben dem Althund sicher zeigt. Dabei wird der zurückbleibende Schutzhund von einer dritten Person oder einer Haltevorrichtung unverrückbar festgehalten. System 3 Die allgemein für Sporthunde genutzte Verbellmethode ist die helferabhängige Lehrweise. Dies bedeutet, dass primär der Helfer
a) die Verbellart des Junghundes festlegt.
Die Folge ist, dass der Junghund letztlich passiv oder helferabhängig arbeitet und damit nur zum reagierenden und nicht zum agierenden Teilnehmer im Schutzdienst wird. 16) Der Hundeführer hält den Junghund am Halsband oder an einem Kurzführer, während der Helfer den Hundlichen Beutetrieb optimal stimuliert. Dann läuft der Helfer mit ständig bewegtem Armschutz in eine Verbellstation, gefolgt vom Junghund, den der Hundeführer auf ein vorher vereinbartes Zeichen mit dem Hörzeichen "Revier" oder "Voran" nachschickt. 17) Der Helfer wendet sich kurz vor der Verbellstation zu dem inzwischen nahe herangekommenen Junghund und blockt den in der Regel anspringenden Junghund mit dem Körper ab. Dabei hält er den Schutzarm zunächst hinter den Rücken versteckt und später leicht seitlich verdeckt. 18) Der Helfer wehrt die vielen Versuche des Junghundes beim Drang nach dem Schutzarm ausschließlich trieb- und wesensgerecht ab. Dabei benutzt er bei unverdorbenen Junghunden nur seinen Körper oder bestimmte Körperteile, z.B. Knie, Ellenbogen usw.
19) Der Helfer verharrt sofort in absolut ruhiger, etwas vorgebeugter Körperhaltung, wenn der Junghund ihn nicht mehr belästigt. Dabei stellt er Augenkontakt her und versucht den
Junghund mit angespannten Muskeln und festem, nicht drohendem Blick unter Kontrolle zu bringen (Körper- und Willenstraining). Das Revieren durch Nachahmung Diese Methode ist relativ problemlos, vorausgesetzt, es steht ein vorzüglich sozialisierter und aufgebauter Althund zur Verfügung und der Junghund beherrscht sicher das Verbellen. Die einzelnen Lernschritte des "Revierens durch Nachahmung", das gleichzeitig ein gutes Training für den Althund darstellt, sind folgende: 1) Der Helfer geht mit zwei Schutzarmen bestückt in das erste Versteck. Dann erscheint der Hundeführer und geht mit den an der Verbindungsleine angeleinten Alt- und Junghund auf der gedachten Mittellinie zwischen den zwei Versteckreihen bis zur Verbindungslinie zwischen dem 1. und 2. Versteck. Dort macht er eine Wendung zum ersten Versteck und nimmt Grundstellung ein.
2) Der Hundeführer leint die Schutzhunde ab und hält sie an der kurzen Verbindungsleine fest. Dann richtet er die beiden Hunde auf das 1. Versteck aus. Dabei unterstützt ihn der
Helfer, indem er anfangs in Sicht der Schutzhunde tritt und diese im Bedarfsfall anreizt. 5) Der Hundeführer gibt nach richtiger Reaktion der Schutzhunde das Hörzeichen "Aus", kickt die zwei Schutzarme zum Helfer, und die Übung wird 1-2-mal an anderen Verstecken wiederholt. Dabei braucht der Helfer sich nicht mehr beim Ausrichten der Schutzhunde auf das Versteck zu zeigen, wenn er vorher in Sicht der Schutzhunde dorthin läuft. 6) Der Hundeführer wiederholt nach mindestens zwei Tagen die unter Punkt 1-5 beschriebenen Lernschritte. Dabei ändert er den Ablauf der Übung dahingehend, dass er die Schutzhunde nur beim 1. und 3. Mal direkt zum Helfer schickt. Das 2. und 4. Mal müssen die Schutzhunde das Versteck des Helfers auf dem Umweg um ein leeres Versteck anlaufen. 7) Der Hundeführer erhöht sofort die Anzahl der leeren Verstecke, wenn der Junghund die die vorangegangenen leeren Verstecke gezielt anläuft. 8) Der Hundeführer sollte bei dieser Methode vor allem darauf achten, dass die Schutzhunde:
a) optimal auf das "Streifen nach dem Helfer" vorbereitet werden. Das Revieren über den Beute- und Meutetrieb Diese Arbeitsweise ist etwas schwieriger und erfordert vom Hundeführer und Schutzhund einen höheren Zeit- und Energieaufwand. Damit diese größere Belastung aber nicht in erfolgsmindernden Stress ausartet, sollte das Revieren über den Beute- und Meutetrieb stets mit zwei Helfern und weder vor dem 9. Lebensmonat des Schutzhundes noch während der ersten Läufigkeit der Hündin durchgeführt werden. Das Revieren selbst wird wie folgt gelehrt:
1) Das erste und zweite Versteck wird mit je einem Helfer besetzt. Dann erscheint der Hundeführer und geht mit dem angeleinten Junghund auf der gedachten Mittellinie zwischen den
zwei Versteckreihen bis zur Verbindungslinie zwischen dem 1. und 2. Versteck. Dort macht er eine Wendung zum 1. Versteck und nimmt Grundstellung ein. 5) Der Helfer und der Hundeführer handeln nun wie unter Punkt 4 und 5 des "Revierens durch Nachahmung" beschreiben, jedoch ohne die Übung zu wiederholen. Dabei geht der Helfer in Sicht des Junghundes von links in das Versteck.
6) Der Hundeführer wendet sich um und geht mit dem angeleinten Junghund zum Ausgangspunkt auf der Mittellinie zurück. Dabei tritt bei der Rückkehr der im 2. Versteck stehende
Helfer links vor das Versteck, während der im ersten Versteck stehende Helfer in das 3. Versteck läuft. 9) Der Hundeführer richtet den ankommenden Junghund sofort auf das 2. Versteck aus und die unter Punkt 2-5 beschriebenen Handlungen von Hundeführer und Helfer wiederholen sich. 10) Der Hundeführer wendet sich danach wieder um und geht mit dem angeleinten Junghund zum Schnittpunkt von Mittellinie und Verbindungslinie zwischen 2. und 3. Versteck zurück. Dabei tritt der im 3. Versteck stehende Helfer links vor das Versteck, während der im 2. Versteck stehende Helfer in das 4. Versteck läuft. Dann wird der unter Punkt 6 und 7 beschriebene Ablauf zwischen allen Verstecken wiederholt. Das Revieren über den Meutetrieb Diese Lehrweise stellt hohe Ansprüche an die Führereigenschaften des Hundeführers und die Anlagen des Schutzhundes. Denn der Schutzhund muss durch reinen Gehorsam lernen, dass er sein geruchlich oder sichtbar wahrgenommenes Triebziel nur über die Umwege um die leeren Verstecke erreichen kann. Das Revieren über den Meutetrieb sollte nicht vor dem 10. Lebensmonat des Schutzhundes, nur mit belastbaren und triebstarken Junghunden sowie erst dann geübt werden, wenn der Junghund bereits die Verstecke zu umlaufen gelernt hat, z.B. nach dem ersten Verfahren. Die einzelnen Lernschritte dieser Ausführungsart sind folgende: 1) Der Helfer postiert sich je nach Windrichtung so am 2. Versteck, dass der Junghund ihn schon vor der Revierarbeit wittert oder sieht. Dann geht der Hundeführer mit dem mindestens an der 10 Meter Leine angeleinten Junghund auf der gedachten Mittellinie zwischen den zwei Versteckreihen bis zur Verbindungslinie zwischen dem 1. und 2. Versteck. Dort macht er eine Wendung zu ersten Versteck und nimmt Grundstellung ein. 2) Der Hundeführer richtet den Junghund konsequent auf das 1) Versteck aus und schickt ihn mit dem Hörzeichen "Revier" oder "Voran" zum 1. Versteck. Dabei kann er anfangs einige Schritte mitgehen und die Leine bis kurz vor dem Straffwerden in der Hand halten. 3) Der Hundeführer lobt den Junghund und ruft ihn sofort wieder zu sich heran, wenn er das erste Versteck gezielt umkreist hat. Dann wird er auf das zweite Versteck ausgerichtet und zu dem bereits wahrgenommenen Helfer geschickt. 4) Der Hundeführer wirkt sofort durch Leinenruck, Pfuirufe oder das Hörzeichen "Platz" auf den Junghund ein, wenn dieser nach einigen Schritten vor dem 1. Versteck oder nach der Umkreisung des 1. Versteck in Richtung Helfer ausbricht. 5) Der Hundeführer geht schnell zum Ausgangspunkt und wiederholt den Reviervorgang, wenn er den wieder durch Herankommen oder Abholen unter Kontrolle hat. Dabei wird der Schutzhund nicht körperlich bestraft, sondern höchstens näher an das leere Versteck herangebracht. 6) Der Junghund wird solange zum leeren Versteck geschickt, bis er wunschgemäß reagiert, egal wie schnell oder freudig er anfangs arbeitet. Dann wird dieser 1. Lernschritt systematisch gefestigt und bis zur freien Revierarbeit ausgebaut. Dabei ist der Junghund vom Hundeführer schnell abzuholen und konsequent zum Ausgangspunkt zurückzubringen, wenn ihm in irgendeiner Phase der Durchbruch zum Helfer gelingt. Beim Revieren sollten allgemein folgende Punkte beachtet werden: 1) Das Absuchen der Verstecke hat stets paarweise und entsprechend ihrer Aufstellung im Revierfeld zu erfolgen. Die zwei wichtigsten Reviereinteilungen sind folgende: 2) Der Helfer hat stets den ankommenden Schutzhund trieblich sofort wieder hochzubringen, wenn dessen Kampflust nach dem Reviervorgang abgesunken ist. 3) Der Schutzdienst wird nach dem Revieren stets nur dann fortgesetzt, wenn der Schutzhund das "Streifen nach dem Helfer" fehlerfrei ausführt. |
| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 09:39 Uhr |
ÖRV SCHWERTBERG
Hundesportverein

